Farbmanagement im Digitalen Bogendruck

Farbmanagement im Bogendruck

Gefahren
Das Kernproblem beim Farbmanagement besteht in der Konvertierung von Farbräumen. Der Farbraum der Druckmaschinen (CMYK - Farbraum) ist leider deutlich kleiner als der darstellbare Farbraum von Monitoren, Digitalkameras und Scannern (RGB - Farbraum). Bei der Konvertierung müssen bestimmte Einstellungen berücksichtigt werden, damit die gedruckten Ergebnisse auch Ihren Erwartungen entsprechen.

Richtig konvertieren
Wir übernehmen gerne die Farbraumkonvertierung für Sie. Reichen Sie einfach Ihre Daten unkonvertiert (also im RGB – Modus) ein. Um den größeren Farbraum unserer Druckmaschinen zu nutzen, empfehlen wir selbst keine Konvertierung in CMYK vorzunehmen. Diese findet bei uns anhand speziell für unsere Druckmaschinen geschriebener Farbprofile statt. Somit können Sie vom teilweise größeren Farbraum unserer Druckmaschinen profitieren. Dies empfiehlt sich vor allem für Bilder. Sollten Sie Volltöne oder spezielle Corporate Identity-Farben in 4c benötigen, müssen diese jedoch zwingend in CMYK anlegen werden. Hilfreich ist hier für den Druck ein (älteres) Druckmuster. Generell gilt: Mischen von RGB und CMYK in einem Dokument ist möglich, birgt jedoch meist Gefahren beim Export des PDFs.

Die richtigen Profile für alle Standards
· RGB: Adobe RGB (1998), sRGB, eciRGB_v2
· CMYK für Druck und Proof auf gestrichenen Papieren: ISO coated v2, ISO coated v2 300, neu seit 09/15 auch FOGRA51 – PSO Coated v3
· CMYK für Druck und Proof auf ungestrichenen Papieren: PSO Uncoated ISO12647, neu seit 09/15 auch FOGRA52 – PSO Uncoated v3
· CMYK beim Proof für Zeitungspapier: ISO newspaper 26v4
· CMYK beim Proof für Rollenoffset (LWC-Papiere / Magazindruck): PSO_LWC_improved

Download unter: www.eci.org, www.wan-ifra.org

Holen Sie das Maximum aus Ihren Daten
Im Digitaldruck saugt das Papier die Farbe nicht so auf wie dieses im Offset geschieht. Daher können wir auch höhere Farbaufträge bei ungestrichenen Papieren erzielen. Spielt die Reproduzierbarkeit im Offset für Ihr Produkt keine Rolle, so empfehlen wir Ihnen die Daten entweder in RGB anzulegen (s. “Richtig konvertieren”) oder ein Coated-Profil zu nutzen. Für eine Reproduzierbarkeit ist eine Konvertierung in das entsprechende Offsetprofil unabdingbar.

Wir haben speziell auf die RGB-Umrechnung und unsere Druckmaschine ausgelegte Umrechnungsprofile. Hierbei erreichen Sie eine deutlich bessere RGB zu CMYK Umrechnung als mit den gängigen standardisierten Profilen. Zur Zeit unterstützen wir Adobe RGB, Apple RGB, ECI RGB, ProPhoto und sRGB als Quellprofile. Geben Sie uns bei Beauftragung einfach einen Hinweis, dass wir die entsprechende Umrechnung vornehmen sollen und Sie werden erstaunt sein welchen Unterschied eine solche Umrechnung machen kann. Die besten Ergebnisse erzielen Sie in der Regel wenn die Grunddaten in ProPhoto sind. Bitte beachten Sie, dass die Grunddaten von Ihnen im entsprechenden Profil angelegt sein müssen.

Profile und Proofs
Bei Proofs gilt immer, dass das für den Druck notwendige Profil zu benutzen ist. Hierbei sollte immer eine vorherige Konvertierung in CMYK vorgenommen werden. Achten Sie auch darauf, dass Sie die Proofdatei mit den gleichen Einstellungen erstellen wie die spätere Druckdatei. Skalieren Sie keine Bilder. Um Platz zu sparen beschränken Sie sich lieber auf aussagekräftige Ausschnitte von Bildern. Beachten Sie, dass beim Digitalproof Sonderfarben (HKS, Pantone, ...) nur anhand einer “Look-Up-Table” (festgelegte 4c-Farbewerte ersetzten die Sonderfarbe) wiedergegeben werden. Dies bedeutet, dass Sonderfarben immer nur Näherungswerte darstellen und die Verbindlichkeit des Proofs nur für CMYK-Darstellungen gegeben ist. Sind Sie sich unsicher beim Profil? Fragen Sie uns unter der Nennung der zu benutzenden Papiersorte. Oder führen Sie selbige in der Auftragserteiung an. Bei LWC-Papieren empfiehlt es sich beim Rollenoffseter nachzufragen.

Andrucke richtig anlegen
Bei Andrucken sollten Sie immer darauf achten, dass Sie diesen genauso exportieren (im Falle eines PDFs), wie Sie am Ende die Druckdatei exportieren. Der schönste Andruck aus einem TIFF nutzt Ihnen wenig, wenn Sie am Ende ein PDF für Ihr Buch anliefern. Hierbei gilt ein besonderer Augenmerk dem Profil, mit welchem exportiert wird.
Ebenfalls muss beachtet werden, das aus drucktechnischem Hintergrund die Größe des Bildes die gleiche sein sollte wie in der Auflage. Hier besteht sonst die Gefahr von Farbverschiebungen auf Grund einer anderen Rasterverteilung. Bei einem kleineren Bild werden für die Darstellung weniger Rasterpunkte genutzt als für die Darstellung eines größeren Bildes, da der Drucker eine festgelegte Zahl von Rasterpunkten pro Quadratzentimeter hat.
Greifen Sie hierbei, wenn Sie Platz sparen wollen, lieber auf signifikante Ausschnitte eines Bildes zurück um einen Eindruck der Farbigkeit zu erhalten.

Schwarzaufbau bei Graustufenbilder
Graustufenbilder haben oftmals das Problem, dass der Ausdruck zu flau oder abgestumpft wirkt. Dem kann abgeholfen werden indem auch die Graustufenbilder in 4c angelegt werden. Durch das Mehr an Farbauftrag können Sie relativ einfach den Kontrast und die Sättigung erhöhen.
Die Gefahr, die Sie dabei jedoch in Kauf nehmen müssen, ist ein Farbstich, der innerhalb der Auflage auftreten kann (nicht muss) und evtl. sogar in vers. Richtungen geht. Der Grund hierfür ist der Buntaufbau des Graus und die normalen technischen Schwankungen der Druckmaschine. Wenn ein neutrales Grau bspw. C20 M20 Y20 K0 beträgt und die Maschine C19 M21 Y20 K0 druckt wäre das Ergebnis ein Graustufenbild mit leichtem Rotstich.
Dies gilt auch wenn die Bilder, die 1c Schwarz aussehen, als RGB angelegt sind.

Eine Alternative zum Druck mit 1c Schwarz oder 4c Schwarz bietet der Duplexdruck. Hierbei wird das RGB-Bild in 2 Druckfarben umgewandelt. Einmal das Standardschwarz und einmal ein Grauwert als Druckfarbe (wir nutzen ein spezielles Hellgrau). Hier erhält man eine neutrale Wirkung aber mit der doppelten Farbdeckung im Vergleich zum 1c-Druck.

Neben der Option des Duplexbildes gibt es auch eine Variante, die den Schwarzaufbau aus 2 verschiedenen Schwarzseperationen aus dem CMYK-Schwarz sowie eines Hellgraues (LLK). Hierdurch kann durch die Farbdeckung von max 300% und der Verwendung von ausschließlich neutralen Schwarz- und Grautönen als Druckfarbe ein sehr sattes und neutrales Ergebnis beim Schwarz-Weiss-Druck erzielt werden.

Fazit: Ein garantiert neutrales Graustufenbild kann nur bei einer Datei erreicht werden, die 1c Schwarz (Euroskala) angelegt ist. Um mehr Sättigung und Kontrast zu erhalten sollten Sie die Daten aus mehr als nur dem Schwarzkanal (CMYK) generieren oder in RGB anlegen. Die Gefahr hierbei ist jedoch ein Farbstich. Satte, neutrale Bilder erhält man durch den Duplexdruck unter Zuhilfenahme einer grauen Sonderfarbe oder mit unserem speziellen 3-Farbverfahren mit 2xK und LLK.